Artikel 2017 - Remscheider Männerchor Germania 1840 e.V.

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Artikel 2017

Pressestimmen

Artikel Remscheider general-Anzeiger v. Montag, 27 Februar 2017

„Knatsch verdötscht“ bietet spektakuläre Show
Der MGV Germania und der Frauenchor Remscheid sangen sich in die Herzen der Jecken.



Von Sabine Naber

Wenn im ehrwürdigen Teo Otto Theater auf der Abgrenzung zum Orchestergraben Plastik- schüsseln mit Knackwürstchen und Frikadellchen stehen und im Saal die Chipstüten großzügig weitergereicht werden und die Sektkorken knallen, dann ist Karneval angesagt, dann ist „Remsched knatsch verdötscht“.
Zum 29. Mal hatten für Freitag und Samstag der Frauenchor Remscheid und der Männerchor Germania zu ihrer traditionellen Kamevalsfeier eingeladen. Und im nahezu ausverkauften Theater war die Stimmung gleich von Beginn an ausgelassen. Beim Ohrwurm „Denn wenn dat Tröm- melche jeht“ klatschte das Publikum begeistert mit. Es wurde geschunkelt und gesungen.


Das hatte es noch nicht gegeben: Die Chorleiterin liegt krank im Bett

In Gold und Silber glänzenden „Schwalbenschwänzen" begrüßten die vier Vorsitzenden der Chöre ihre Gäste und mussten gleich eine traurige Premiere ankündigen: „Unsere Chorleiterin Claudia Rübben-Laux liegt krank im Bett. Die Nachricht bekamen wir heute Morgen. Das hat es in den vergangenen Jahren noch nie gegeben", sagte Heinz Hüster und zitierte aus dem Kölner Grundgesetz: „Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange." Ulla Langenbach, die in der kleinen Combo auch das Akkordeon spielte, und Jürgen Kohlgrüber sprangen beim Dirigieren ein, die einzelnen Programmpunkte wurden von Chormitgliedern angesagt. Die Chöre machten es toll, es gab keinerlei Patzer - aber gefehlt hat sie natürlich doch, die tempera- mentvolle, immer gut gelaunte Chorleiterin. Ob nun die Sängerinnen und Sänger, oder die Gäste im Theatersaal fantasievoller kostümiert waren, das konnte man nun beim besten Willen nicht sagen. Einziger Unterschied: Die Sängerinnen wechselten ihr Kostüm drei, vier Mal am Abend, passten ihr Outfit dem jeweiligen Programmpunkt an. .jedäuf met 4711“ schmetterten Katja Herrmanns und Katrin Werth und hatten dazu natürlich ein entsprechendes T-Shirt übergezogen, während die fünf je-cken Mädels große Sombreros trugen, als sie den Schlager „Fiesta Mexicana“ sangen.
In die Bütt stieg dann Ger-linde Voßenbrecher und outete sich als Fußball-Lady. Beim Spiel Deutschland gegen Holland habe sie von oben kleine Männchen hin und her flitzen sehen. Und einen Schwarzgekleideten, der nicht wusste, wo er hin sollte. „Den haben die einfach nicht mitspielen lassen. Aber dafür war der Rest gut organisiert, denn auf einer Seite saßen schon die Männer in Orange von der Müllabfuhr." Klar, dass hier eine Rakete fällig war. Ein Höhepunkt war sicher auch der Auftritt der „De Höppemötzjer" aus Köln, die während ihres Auftritt-Marathons in der fünften Jahreszeit an diesem Wochenende gleich zweimal ins Rem-scheider Theater kamen.


Fliegende Tanzmariechen und eine Menschen-Pyramide

Begleitet vom begeisterten Applaus des Publikums marschierte die Garde ein und präsentierte dann eine unglaubliche Tanzakrobatik. Da wurden die Tanzmariechen hoch in die Luft geworfen und scheinbar mühelos wieder aufgefangen, die Beine in den weißen Stiefeln flogen nur so und die Tänzerinnen und Tänzer zeigten Eleganz bei der beeindruckenden Menschen-Pyramide.
Der Remscheider Frauenchor und der Männergesangverein Germania sangen sich während des Abends in die Herzen des jecken Publikums. Mit „Mer schenke d‘r Ahl en paar Blömcher“, „Die Gold-kehlchen“ „Marmor, Stein und Eisen bricht“ oder „Äwer d‘r Dom bliev stonn“ trafen sie den Nerv der Karnevalisten. Das Publikum schunkelte, sang mit und honorierte den Einsatz aller Beteiligten mit tosendem Applaus.

Artikel Bergische Morgenpost v. 27 Februar 2017

Chöre bieten jecke Show

Zweimal „Knatsch verdötscht“ - Frauenchor Remscheid und der Remscheider Männerchor Germania rissen im Teo Otto Theater mit ihrem Karnevalsprogramm die Gäste von den Sesseln.




VON ANNA MAZZALUPI

REMSCHEID Die Funkenmariechen fliegen nur so durch die Luft. Sie werden nach oben geworfen, von einem Arm in den anderen und dabei lächeln sie, als dies alles das Leichteste der Welt. Zu den akrobatischen Höchstleistungen laufen aktuelle Karnevalslieder oder alte Klassiker der fünften Jahreszeit. Die Jecken im Saal des Teo Otter Theaters hält nichts mehr auf den Sesseln. Sie stehen, singen, klatschen, schunkeln und feiern die Leistung von „De Höppemötzjer" aus Köln gebührend mit einem dreifachen „Alaaf.
Der Auftritt der Tanzgarde bildeten den Höhepunkt von „Remscheid Knatsch verdötscht“. Zum 29, Mal fand die traditionelle, jecke Veranstaltung des Frauenchors Remscheid und des Remscheider Männerchors Germania am Freitag und Samstag statt. Und die Remscheider hatten richtig Spaß.
Bereits zum Auftakt sang der Saal am Freitagabend aus vollem Hals zu dem Karnevalshit „Wenn et Tröm-melche jeht“ mit. Die Sängerinnen und Sänger gaben in ihren Kostümen ein herrlich buntes Bild ab. Und auch die Gäste hatten sich karnevalistisch in Schale geworden.
Wejl Chorleiterin Claudia Rübben-Laux krankheitsbedingt das Bett hüten musste, übernahmen die Chormitglieder selbst die Moderation des Abends. Hartmut Hessmert führte als launiger Clown durch das Programm, das durch Solo-, Duett-, Gruppen- oder Chorauftritte gestaltet wurde.
Gerlinde Voßenbrecher vom Frauenchor unterstützte ihn dabei. Sie hielt auch die Büttenrede, bei der sie von ihren Erfahrungen ihres ersten Länderfußballspliels Deutschland gegen die Niederlande berichtete. „Die riefen immer Tempo! Tempo! Ich dachte mir, warum haben die sich nicht Taschentücher von Zuhause mitgenommen“, lautete nur eine der Pointen. Der Vorsitzende des Männerchors Gerrmania, Heinz-Georg Hüster, vervollständigte das Moderationsteam gekonnt.
ln dem zwar nicht gänzlich gefüllten, aber dennoch sehr gut besuchten Teo Otto Theater schunkelten und feierten die Karnevalisten ausgiebig - und am liebsten, wenn Chöre musikalisch Köln und den rheinischen Karneval ins Bergisch brachten.
Ob die „Mixed Pickels“ oder „Power Girls“ im Hippie Look; Remscheider Jecken kamen richtig in Fahrt. Neben den bunten Kostümen hatten einige auch ein Tarnburin dabei und sorgten zusätzlich die fröhliche Stimmung.
Gut an kamen auch die Soloauftritte wie der der Chiquita-Frau, die spontan einige Bananen ins Publikum schmiss. Hits wie „Schenk mir dein Herz" von den Höhnern oder auch „Marmor, Stein und Eisen bricht" brachten den Saal zum Tanzen.
Nach fast drei Jahrzehnten schaffen es die beiden Chöre immer noch, ein tolles, musikalisches Programm für zwei Tage auf die Beine zu stellen, das den Vergleich mit einen in den Karnevalshochburgen auf keinen Fall scheuen muss. Musik verbindet. Von bergischer Sturheit war nichts zu spüren, viel mehr entwickelten alle eine rheinisch-bergische Frohnatur.

Dieses „Jeföhl“ gibt es wohl nur Remscheid.

 
 
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